Samstag, 28. Oktober 2017

Stadtbibliothek LibriKa Bruneck 16.00 - 21.00 Uhr

 

...jeder entscheidet selbst, 

wann er kommt und wann er geht...

 

Präsentation des Bildbandes motus

Ausstellung ausgewählter Bilder 

Klangperformance

Morton Feldman (1926 - 1987)

for Philip Guston

 

Heinz Innerhofer 

Fotograf

 

Feldman Project Trio

Christina Auer, flute 

(doubling piccolo and alto flute)

Patrick Künig, percussion 

(marimba, glockenspiel, vibraphone, chimes)

Enrico Pompili, pianoforte 

(doubling celeste)

 

BRUNECK (obe). Vor 3 Jahren haben wir uns zur Musik Morton Feldmans im Museion auf Liegestühlen ausgestreckt. In der heurigen Ausgabe des Festivals zeitgenössischer Musik stand der Komponist in Bruneck auf dem Programm. Aus dem Museion ist die Stadtbibliothek geworden, aus 3 Stunden 5, aus der mit 2 Instrumenten besetzten Kammermusik ein Trio. Zur Flötistin Christina Auer und dem Pianisten Enrico Pompili gesellt sich der Perkussionist Patrick Künig. Die Veranstalter geben sich publikumsfreundlich; keine Liegestühle, dafür Kommen und Gehen nach Belieben. Die Hausherrin der Veranstaltung, die Verantwortliche der Stadtbibliothek Bruneck ermuntert zum Reden, Schauen, in den Büchern blättern, zum Essen und Trinken.

Niemand müsse auf Zehenspitzen durch den Raum schleichen. Ob das gut gehen kann? Morton Feldman als Hintergrundmusik? Die Skepsis löst sich nach und nach auf. Selbst die Zaungäste und Kurzbesucher geraten in den Bann der Musik und vergessen wie von Zauberhand angerührt auf lautstarke Unterhaltungen. Der US-Amerikaner Morton Feldman (1926-1987) hat die meisten Kompositionen seinen Freunden gewidmet, viele von ihnen bildende Künstler: Jackson Pollock,Marc Rothko, Philip Guston. Beschreiben lassen sich die Klangmuster nicht. Sie wenden sich gegen jede Art von Virtuosität, sind mit keinem Bedeutungsballast befrachtet. Sie gehen über die Sprache hinaus. „Reine Liebe“ äußere sich in ihnen, sagte Feldmans Freund John Cage. So wie Cezanne immer und immer wieder die gleichen Äpfel gemalt hat, komponiert Feldman die immer gleichen Intervalle. Intervallen, die Sekunden aufsteigend, fallend, die Töne gleich lang ausgehalten, das nächste Mal unterschiedlich lang, dasselbe mit den Quinten, den Septimen. Ein paar kurz angeschlagene Töne auf der Celesta, ein Wispern mit der Piccolo- Flöte, ein kurzes Klopfen auf der Marimba, dann wieder lang ausgehaltene Töne auf der Alt-Flöte, nachhallende Töne auf dem Klavier. Die Ausführenden stellten sich mit Konzentration und Hingabe in den Dienst der Komposition, schufen durchsichtige Klanggebilde von ungeheurer Schönheit. Morton Feldman ließ seine Kompositionen oft in Kunstgalerien und Theatern aufführen. In der Stadtbibliothek Bruneck konnte sich das Publikum in die leise, zurückhaltende Ästhetik der Fotoarbeiten von Heinz Innerhofer vertiefen. ©

 

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